Schopenhauer-Buddhismus : Enso
Schopenhauer und Buddhismus

Schopenhauer - ein Wegbereiter für Tierrechte

Als um 1837 die ersten Tierschutzvereine in Deutschland entstanden, gab es nur sehr wenige Menschen, die bereit waren, dort Mitglied zu werden und sich in der Öffentlichkeit für Tiere einzusetzen. Zu diesen wenigen gehörte Arthur Schopenhauer, denn er war einer der ersten Mitglieder des damals in Frankfurt am Main gegründeten Tierschutzvereins. Noch heute weist die Internet-Seite des Frankfurter Tierschutzvereins auf Schopenhauer hin.

 Auch sonst unterstützte Schopenhauer die Arbeit der Tierschutzvereine nach Kräften. Hierbei stand er in Verbindung mit Ignaz Perner, einem Anwalt, der die ersten Vereine gegen Tierquälerei gründete und seit 1842 in München für den Tierschutz aktiv war. Im Jahresbericht des Münchner Tierschutzvereins für 1850 und 1851 erscheint unter den Persönlichkeiten, die sich für die Verbreitung von Schriften dieses Tierschutzvereins eingesetzt haben, auch der Name Schopenhauers.      

Der Einfluß Schopenhauers für den Tierschutz blieb nicht auf Deuschland beschränkt: Adolf Leonard Nordwall, der 1870 den ersten schwedischen Tier- schutzverein gründete, wurde offensichtlich durch Schopenhauer zu seinen Aktivitäten für den Tierschutz in Schweden veranlaßt. 

Schopenhauer hielt Tierschutzvereine auch deshalb für notwendig, weil die christlichen Kirchen nichts für Tiere täten (daran hat sich bis heute nichts geändert!). Ein protestantischer Prediger, von einer Tierschutzgesellschaft aufgefordert, eine Predigt gegen Tierquälerei zu halten, hätte erwidert, daß er das beim besten Willen nicht könne, weil die Religion ihm  hierzu keine Grundlage gebe. Schopenhauers Kommentar: “Der Mann war ehrlich und hatte Recht.”

Schopenhauer sah jedoch in der Arbeit der Tierschutzvereine mitunter auch Grund zur Kritik: So wandte er sich gegen das von ihnen oft gebrauchte “schlechte Argument, daß Grausamkeit gegen Thiere zu Grausamkeit gegen Menschen führe; - als ob bloß der Mensch ein unmittelbarer Gegenstand der moralischen Pflicht wäre, das Thier bloß ein mittelbarer, an sich eine bloße Sache!” Mit dieser Begründung war Schopenhauer seiner Zeit weit voraus. Er war der erste bedeutende Philosoph, der in seinen Schriften die Rechtlosigkeit der Tiere anprangerte und im Rahmen einer allumfassenden Lebensphilosophie begründete, warum Tiere um ihrer selbst willen - und nicht nur der Menschen wegen - zu schützen sind. In diesem Sinne kann Schopenhauer als ein Vorkämpfer der heutigen Tierrechtsbewegung gelten.

Die Tierrechtsbewegung kam um 1980 über England nach Deutschland. Seitdem gewinnt sie zunehmend an Bedeutung, weil immer mehr Tierschützer erkennen, daß karitativer Tierschutz zwar notwendig, aber nicht ausreichend ist, um Tiere wirkungsvoll zu schützen. Tiere müssen in unserer Rechtsordnung endlich als das anerkannt werden, was sie von Natur her sind - unsere Mitwesen oder, wie es Schopenhauer sagte, “unsere Brüder”. Das bedeutet: Rechte auch für Tiere. Nur so ist umfassender Tierschutz, ist Gerechtigkeit auch gegenüber Tieren möglich!

Der Kampf für Tierrechte ist eine praktische Konsequenz aus der Philosophie Schopenhauers und der buddhistischen Lehre, die in ihre allum- fassende Ethik Tiere voll einbeziehen. Wie sehr Schopenhauer ein früher Weg- bereiter der heutigen Tierrechtsbewegung ist, zeigt sich auch daran, daß eine Arbeitsgemeinschaft, die sich für Tierrechte einsetzt ( www.tierrechte-tv.de ) unter dem Leitwort Schopenhauers steht:

 Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit, ist man dem Tier schuldig.                                                                                                                                 hb

> Arthur Schopenhauer und Tierschutz aus Sicht von > Magnus Schwantje